Unernst Kandl

Veröffentlichte im HerJo-Verlag Hamburg
Und ewig stänkert der Dichter
Geboren wurde ich als Johannes Kühnle 1954. Und zwar nicht in Wien, wie es in einer imInternet kursierenden Alternativ-Vita heißt, sondern in der altehrwürdigen Universitätsstadt Heidelberg. Dort bin ich zur Schule gegangen, wurde ich (mit 14) konfirmiert, (mit 15) radikalisiert, um bald darauf (mit 16) aus der Kirche auszutreten. Hier habe ich auch studiert (Germanistik und Pädagogik), magistriert und schließlich promoviert (zum Dr. phil.).

Auch ich habe (mehrmals) mein Herz in Heidelberg verloren; in vorgerücktem Alter habe ich hier geheiratet, um in noch vorgerückterem Alter Vater einer unglaublich süßen Tochter zu werden.

Meine – auch schreiberisch – wohl wichtigste Erkenntnis (auf Denglisch: „Message“) ist die, dass es angesichts der großen gesellschaftlichen Schieflage der profitorientierten Bananenrepublik Deutschland (ab Besoldungsgruppe A 13 läuft nichts ohne Schmierung) mit ihrer Diktatur der Mittelmäßigkeit (Motto: „Und weil ich weiß, dass ich nichts kann, lass’ ich auch keinen andern ran.“) eine einfache Alternative gibt: (a) Sich bis zum finalen Herzinfarkt über Menschenfeindlichkeit, Inkompetenz und Arroganz der Macht immer und immer wieder zu ärgern und aufzuregen oder (b) seinen Frust zu literarisieren (und zwar so,
dass auch andere etwas davon haben). Ich habe ich mich für Option (b) entschieden; entsprechend sieht mein schreiberisches Selbstverständnis als humoristischer Satiriker bzw. satirischer Humorist so aus: