Home: HerJo-Verlag HamburgDer badische Satirehammer
- schlägt zu

von

Karsten Mekelburg

100 Seiten, Taschenbuch, 12,50 Euro

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Der badische Satirehammer schlägt zu
Mit versteckten Witz und herben Charme kontert Karsten Mekelburg schon immer gegen  alles was uns täglich umgibt.
Hochklassige deutsche Satire, die jedem Leser den Eulenspiegel vor das Gesicht hält. Auch sein neuestes Werk befasst sich wieder mit  Themen und Problemen aus dem täglichen Leben. Natürlich stark überspitzt und hammerhart serviert mit eindrucksvollen Geschichten.
Eine generöse Satire, die unsere Lachmuskeln aktiviert und Schadenfreude gepaart mit einer Brise Zynismus freisetzt.
Hier braucht keiner zwischen den Zeilen zu lesen, einhämmernd macht sich Karsten Mekelburg „jedermann“ verständlich.
Leseprobe1:
Auszug aus der Kurzgeschichte - Thorwald der Enthäuter

Links, rechts, vorn und hinten nichts als Berge und dichter Wald, ohne jedes Durchkommen. Im Kessel von Maisbach herrschten drückende Enge und mangelnder Durchblick. Derartig ungünstige geografische Verhältnisse konnten nicht ohne schwerwiegende Auswirkungen auf die dumpfen Hirne der hier Siedelnden bleiben. Der Maisbacher ist ein Mensch schnurgerader, aber äußerst beschränkter Denkungsart. Nicht nur, dass es ihn nicht in die Weite zieht, nein, jegliches Interesse erlahmt schlagartig, wenn es die Dorfgrenzen passiert. Doch werden überall und jederzeit Menschen geboren, die das Althergebrachte in Frage stellen und ihr gemütliches Heimatnest am liebsten in Trümmer legen wollen. Thorwald war solch ein Mensch.
Schon als Kind verschmähte er Milch, Säfte und klares Gebirgswasser. Alles, was gesund war, flog in hohem Bogen auf den Sperrmüll.
Thorwald soff Birnenschnaps aus der Flasche. Nun ist unser Birnenschnaps ein rechtes Gebräu für Helden und, dies darf ich voller Stolz einmal hier verkünden, ein nie versiegender Quell unserer Freuden und unserer Kraft. Nach dem Nuckeln pflegte Thorwald in aller Gemütlichkeit und mit dem gebotenen Anstand und der wünschenswerten Sitte aus tiefstem Herzensgrund zu rülpsen. Meist entzündeten sich die flüchtenden Alkoholdämpfe dabei und waberten, in bunten Farben schillernd, im Zimmer umher. Nicht selten resultierten schwere Verbrennungen im Gesicht oder fette Brandflecke auf dem Mobiliar aus diesem schönen Brauch. So kam unser jugendlicher Held schon sehr früh zu seinem ersten verpflichtenden Ehrennamen: Thorwald, der Gesengte.
Infolge der stärkenden Getränke wuchs Thorwald enorm schnell heran. Schon im Alter von sechs Jahren überragte er seine Mutter, mit acht seinen Vater, mit zwölf jeden anderen im Dorf und mit achtzehn sogar das Maisbacher Milchhäuschen. Thorwalds Größe hatte, für jeden leicht sichtbar, ein beängstigendes Maß erreicht.
Erste Stimmen mahnten vor der Gefahr, die hier dem Dorf erwuchs, wurden jedoch nicht gehört ...
Leseprobe2:
Auszug aus der Kurzgeschichte - Das Schwein


Ein blonder Engel schneite unverhofft in meine Hütte und stellte ihr Grogglas direkt neben meinem, auf dem bullernden Kanonenofen, ab. An diesem Abend, war ich einfach zu betrunken, um die aufkommende Gefahr zu registrieren, sonst hätte ich sie auf jeden Fall rechtzeitig rausgeworfen. Fazit: Sie nistete sich umständehalber über Nacht bei mir ein und als am nächsten Tag ihr Zahnputzzeug und der Rasierapparat für ihren Damenbart, in meinem Bad einen festen Platz erhielt, war mir umgehend klar: diesmal hatte ich schlechte Karten!
Schon ein halbes Jahr später zogen wir vor das Standesamt, um uns unsere Ehefähigkeit attestieren zu lassen. Gemeinsam rezitierten wir Abschnitte aus dem „Kamasutra“ und dem „Dekameron“. Den praktischen Teil absolvierten wir auf einem staatlich genormten Lotterbett, unter der strengen Aufsicht eines, von Beate Muse persönlich geprüften Ehefähigkeitsfeststellungsbeamten. Natürlich sehr zur Zufriedenheit dieses Herrn und mit allgemein großer Bravour.
In der Kirche zerquetschen einige Tanten dicke Tränen, wohl in froher Erwartung der in Kürze zu vertilgenden Torten und der sich unweigerlich daraus ergebenden Magenprobleme. Einige Onkel schleckten meine Frau von oben bis unten ab, wie eine Tigermutter ihr Neugeborenes ...